Warum ist COORETEC notwendig?
Die Unterstützung von Forschung und Entwicklung hocheffizienter und CO2-emissions-armer Kraftwerkstechnologien ist notwendig, damit diese Technologien möglichst rasch in die Praxis umgesetzt werden können. Das ist ein dringendes Erfordernis, da auch auf absehbare Zeit trotz massiver Anstrengungen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien und bei Effizienzsteigerungen der Energienutzung fossile Energieträger ein wesentlicher Bestandteil unserer Energieversorgungssysteme bleiben werden. Hauptakteur bei der Markteinführung der neuen Technologien ist die Wirtschaft. Vor dem Hintergrund eines globalen Marktes, hilft COORETEC diesen Prozess zu beschleunigen und vor allem unkalkulierbare Entwicklungsrisiken abzufedern. Der globalisierte Markt alleine ist nicht flexibel genug, um insbesondere langfristige und damit risikobehaftete Entwicklungen von selbst voran zu treiben. Mit der Förderung von Forschung und Entwicklung gibt COORETEC dafür die notwendigen Impulse und wendet sich dabei an Wirtschaft und Wissenschaft gleichermaßen.
Die spezifische Situation in Deutschland, aber auch in vielen anderen Ländern Europas, ist charakterisiert durch einen erheblichen Bedarf an neuen Kraftwerkskapazitäten. Der Bedarf leitet sich aus folgenden Entwicklungen ab:
- Viele fossil befeuerte Kraftwerke werden im derzeitigen oder kommenden Jahrzehnt das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreichen.
- Die in Deutschland installierten Kernkraftwerke werden im Rahmen der Umsetzung der Atomgesetznovelle aus dem Jahr 2002 sukzessive außer Betrieb genommen werden (Gesetz zur geordneten Beendigung der Kernenergienutzung zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität).
- Der Strombedarf wird in Europa und weltweit weiter steigen. Auch in Deutschland ist eine signifikante Absenkung des absoluten Stromverbrauchs wenig realistisch; vor dem Hintergrund eines möglichen Ausbaus der Elektromobilität sogar kaum erreichbar.
Basierend auf dem Stand von 2005 wird für Deutschland ein Neubaubedarf an Kraftwerkskapazitäten in Höhe von 40 GW und für Europa von 200 GW bis zum Jahr 2025 vorausgesagt.
Die neuen Kraftwerkskapazitäten werden unter Berücksichtigung der derzeitigen energiewirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen errichtet werden.
Dazu gehören die Auswirkungen der Liberalisierung der Strommärkte, der wachsende internationale Wettbewerb und die nationalen und internationalen Abkommen und Verpflichtungen zum Klimaschutz. Um diese Anforderungen zu erfüllen, müssen die neu zu errichtenden Kraftwerke in wesentlichen Punkten deutliche Verbesserungen gegenüber den derzeit installierten Anlagen aufweisen:
- Die Forderung nach Ressourcenschonung und der Reduzierung von CO2 lässt nur die Errichtung von Anlagen mit den jeweils höchstmöglichen Wirkungsgraden zu.
- Darüber hinaus kann etwa etwa 90% des im Kraftwerk über die Rauchgase in die Atmosphäre emittierte CO2 abgeschieden und in geologischen Formationen langfristig gespeichert werden (CCS-Technologien: Carbon Capture and Storage).
- CCS-Technologien selbst sind energieaufwendig; daher müssen die mit CCS verbundenen Effizienzverluste von etwa 10 Prozentpunkten weiter verringert werden.
- Parallel dazu müssen Pfade zur umweltverträglichen Speicherung des abgeschiedenen CO2 erschlossen werden.
- Der Kraftwerkspark muss das gewohnte Maß an Versorgungssicherheit weiterhin garantieren.
- Das eingesetzte Brennstoffband muss erweitert werden, um z. B. biogene Energieträger einzubeziehen.
- Die Stromerzeugung in hochmodernen Kraftwerken muss wettbewerbsfähig sein.
- Die Verfügbarkeit der Kraftwerke muss weiterhin sehr hoch bleiben.
- Schnellere Lastwechsel müssen möglich sein, um auf die fluktuierende Einspeisung regenerativer Erzeugungsanlagen reagieren zu können.
- Die Kraftwerkstechnik muss im globalen Maßstab marktfähig sein, d.h. sie muss exportfähig sein und den Technologiestandort Deutschland stärken.

