EUROPÄISCHE FORSCHUNGSFÖRDERUNG VON CCS-TECHNOLOGIEN

VERÖFFENTLICHUNG DES FÖRDERAUFRUFS (CALL) AM 07. JUNI 2016

 

Der Förderaufruf („Call“) des ERA-NET Cofund ACT ist am 07. Juni 2016 erfolgt. Damit wirbt ACT für multinationale, technologische Projektideen zu Forschung, Entwicklung und Innovationen im Bereich CO2-Abscheidung und -Speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS), siehe www.act-ccs.eu/calls.

Das Antragsverfahren ist zweistufig. Die Skizzen sind bis zum 07. September 2016, 13:00 Uhr (CEST), die Anträge bis zum 16. Januar 2017, 13:00 Uhr (CEST) einzureichen. Wichtig für deutsche Skizzen- und Antragsteller ist der Anhang 1 (Annex 1) des Förderaufrufs, dem zufolge die Skizze zusätzlich über das Förderportal des Bundes als easy-online-Skizze eingereicht werden muss.  

Zum Hintergrund

ACT steht für Accelerate and mature CCS Technologies und soll die Implementierung von CO2-Abscheidung und -Speicherung in der energiewirtschaftlichen Praxis und im industriellen Sektor beschleunigen. Bei dem ERA-NET handelt es sich um eines der Förderinstrumente der Europäischen Kommission innerhalb des Forschungsrahmenprogramms Horizont 2020 der Europäischen Union.

Der Zusammenschluss zur Förderung von Forschung und Entwicklung von CCS-Technologien wurde im Oktober 2015 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen und schließt auch Nicht-EU-Mitgliedstaaten ein. Innerhalb des ERA-NET kooperieren zehn Partnerinstitutionen aus neun europäischen Ländern zur Förderung von Innovationen, Forschung und Entwicklung. Neben Deutschland engagieren sich Institutionen aus Norwegen, das auch die Gesamtkoordination inne hat, Griechenland, Großbritannien, den Niederlanden, Rumänien, der Schweiz, Spanien und der Türkei innerhalb von ACT. Die Bundesrepublik Deutschland ist dabei durch den Projektträger Jülich (PtJ) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) vertreten. PtJ berät zudem Interessenten zu den Fördervoraussetzungen und -modalitäten des geplanten ACT-Förderaufrufs.

Für den ersten Call stellen die beteiligten Länder und die EU-Kommission ein Gesamtbudget von 42,1 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung zur Verfügung. Das BMWi steuert hierzu 6 Millionen Euro bei. Die Europäische Kommission hat ergänzend zu den Fördermitteln der zehn Partnerstaaten weitere 12,2 Millionen Euro Co-Finanzierung zugesagt.

Schwerpunkte des ersten Calls

Der Schwerpunkt des ersten Aufrufs liegt auf wenigen, großen Vorhaben. Thematisch fokussiert der Call fünf Bereiche. Zunächst die Integration von CCS in die Kraftwerksprozesskette. In diesem Zusammenhang sollen Forschungslücken innerhalb der gesamten CCS-Abfolge geschlossen werden, inklusive dem Abscheiden, Transportieren und Speichern von CO2. In die Arbeiten sollen auch relevante Fallstudien zur gesellschaftlichen Akzeptanz einfließen. Beim Abscheiden von CO2 soll der technologische Fokus der FuE-Arbeiten auf der Effizienz der entwickelten Lösungen liegen sowie auf einer wettbewerbsfähigen Kostenstruktur und flexiblen Anwendungsszenarien. Darüber hinaus sollen fortschrittliche Technologien im Vordergrund stehen, die eine höhere operative Flexibilität und ein energieeffizienteres Abscheiden von CO2 ermöglichen. Im Hinblick auf den Transport werden Pipeline- und  Schiffstransportlösungen für die Anfangsphase von CCS-Projekten zur Stromerzeugung und für die Industrie gesucht. Im Bereich CO2-Speicherung sollen Systeme zur Messung, Kontrolle und Überprüfung entwickelt werden, die für den Einsatz an ausgewählten Lagerstätten und deren Geosphäre geeignet sind. Dabei soll der Schwerpunkt auf den eingesetzten Werkzeugen und der Methodologie liegen. In Bezug auf die CO2-Nutzung stehen Forschung und Entwicklung zu einem optionalen CO2-Einsatz, beispielsweise innerhalb des Enhanced-Oil-Recovery(EOR)-Verfahrens, als Möglichkeit im Fokus, um das Speichern von Kohlenstoffdioxid zukunftsfähig zu machen. Die Untersuchungen sollen potenzielle Einnahmequellen genauso berücksichtigen, wie hierfür geeignete Geschäftsmodelle.

Ansprechpartner

ACT-Website